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Spreng­stoff besie­gelt Ende des Sen­de­masts

Ein Bau­un­ter­neh­men kappt am Don­ners­tag die Sei­le – Ver­ei­ne hel­fen beim Abbau des Kolos­ses


Der letz­te Mast des Boden­see­sen­ders (im Hin­ter­grund) ist ab Don­ners­tag­mit­tag Geschich­te. (Foto: Corin­na Wol­ber)

Von Corin­na Wol­ber


ROHR­DORF Die Tage des höchs­ten Bau­werks im Kreis Sig­ma­rin­gen sind gezählt. Am mor­gi­gen Don­ners­tag wird der letz­te Mast des Boden­see­sen­ders des SWR umfal­len wie ein Baum­stamm: Noch bis 14 Uhr wird er die Umge­bung mit sei­nen 244 Metern Höhe über­ra­gen, dann ist Schluss. “Dann wer­den die Abspann­sei­le gleich­zei­tig in eine Rich­tung gekappt”, sagt Alfons Leu­the, Geschäfts­füh­rer des aus­füh­ren­den Bau­un­ter­neh­mens aus Schlier. Dafür sei eine Spren­gung die sichers­te Lösung.

Für weni­ge Sekun­den dürf­te sich dann ein spek­ta­ku­lä­rer Anblick bie­ten – schließ­lich geht so ein Turm nicht alle Tage in die Knie. Der frü­he­re Fern­seh­um­set­zer, der bis zum Früh­jahr 2012 auf dem Sand­bühl stand, wur­de bei­spiels­wei­se von Mon­teu­ren Stück für Stück abge­baut. Das ist beim Sen­de­mast anders: Er wird mit sei­nen rund 90 Ton­nen Gewicht mit­ten ins Feld kra­chen. Die Umge­bung muss daher weit­räu­mig abge­sperrt wer­den, auch auf der Bun­des­stra­ße ist dann für eini­ge Minu­ten kein Durch­kom­men. “Wir wol­len da auf Num­mer Sicher gehen”, sagt Leu­the. “Nicht, dass sich jemand durch den Knall so erschreckt, dass er einen Unfall baut.”

Ste­fan Gschell hat die Sta­ti­on bis Janu­ar die­ses Jah­res gelei­tet und ist nun für die gesam­te sen­der­tech­ni­sche Infra­struk­tur des SWR zustän­dig. Er rät Schau­lus­ti­gen, die sich den Fall des Masts nicht ent­ge­hen las­sen wol­len, einen Platz an der Rohr­dor­fer Fischer­wie­se oder am Fried­hof ein­zu­neh­men. “Von dort aus wird man die bes­te Sicht haben”, sagt Gschell.

Liegt der Sen­de­mast dann erst ein­mal am Boden, beginnt die Arbeit für die Mit­glie­der meh­re­rer ört­li­cher Ver­ei­ne, die sich am Abbau betei­li­gen und den Metall­schrott im Gegen­zug ver­kau­fen dür­fen. Mit dabei sind die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Rohr­dorf, die Land­ju­gend und der Musik­ver­ein.

Mar­kus Hells­tern, Abtei­lungs­kom­man­dant der Rohr­dor­fer Feu­er­wehr, rech­net mit einer Men­ge Arbeit. “Nie­mand kann vor­her sagen, wie der Mast nach sei­nem Fall aus­sieht”, sagt er. Es sei daher auch nicht sicher, ob der Mast aus­ein­an­der­ge­schraubt wer­den kön­ne oder so ver­bo­gen sei, dass die rund 30 bis 40 frei­wil­li­gen Hel­fer mit der Säge ans Werk müss­ten. So oder so: “Wir haben drei Tage für die­se Arbeit ein­ge­plant”, sagt Hells­tern. Alfons Leu­the wie­der­um geht davon aus, dass der Part sei­ner Fir­ma nach zwei Tagen erle­digt ist. Deren Haupt­ar­beit bestehe dar­in, die ins­ge­samt sie­ben Fun­da­men­te für den Mast und die Sei­le abzu­bre­chen. “Der Mast selbst ist da aus unse­rer Sicht noch das Gerings­te”, sagt Leu­the.

Der Mast aus dem Jahr 1982 ist der letz­te von vier Sen­de­mas­ten der Mit­tel­wel­len­sen­de­an­la­ge. Die kom­plet­te Anla­ge liegt seit Janu­ar 2012 still. Die ers­ten zwei Sen­de­mas­ten fie­len 2004 und der 137 Meter hohe Reser­ve­mast im Febru­ar 2012. Grund dafür war die Abschal­tung der Mit­tel­wel­len­sen­der in Baden-Würt­tem­berg und Rhein­land-Pfalz.

Zuletzt dien­te der Sen­de­mast noch für Wind­mes­sun­gen, die inzwi­schen abge­schlos­sen sind.

(Erschie­nen: 08.10.2013 19:11)

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